Wie ich zu Arch Linux gekommen bin

Hier ist lange nichts passiert, weil ich schwer mit Privatleben, Uni etc. beschäftigt war. Auch dieser Post wird eher kurz, weil es hier immer noch ziemlich rund geht. Aber ich will nicht, dass der Blog ganz verkommt.

Durch einen Eintrag auf dem Planeten (https://bbs.archlinux.de/viewtopic.php?id=28351) (https://planet.archlinux.de/) bin ich auf die Idee gekommen, auch mal meinen PC-Werdegang zu beschreiben, der heute bei Arch Linux angekommen ist.
Erste Erfahrungen mit Computern überhaupt habe ich mit Windows 3.1 am Arbeits-Laptop meines Vaters gemacht. Ahnung hatte ich damals noch von nichts und habe auch hauptsächlich Solitär gespielt. Meinen ersten eigenen Computer bekam ich, als ich etwa 10 war. Als Betriebssystem war Windows 95 oder 98 drauf.

Diesen Computer habe ich ziemlich häufig „kaputt“ gemacht, indem ich an Einstellungen rumexperimentiert habe. Dummerweise konnte ich mir damals noch nicht selbst helfen, weswegen ein computeraffiner Bekannter meiner Eltern das Gerät regelmäßig auslieh und ihn wieder reparierte. Dabei beliefen sich Reparaturen auch teilweise auf völlig banale Dinge wie eine zu grobe Auflösung, durch die man die Buttons einzelner Fenster nicht mehr sehen und so das Fenster nicht mehr bedienen konnte.

Auf diesem Computer habe ich hauptsächlich gespielt, später, als auch die Schule Wind davon bekam, dass in vielen Privathaushalten diese elektronischen Wunderwerke zu finden waren, kamen dann die typischen Office-Anwendungsfälle hinzu – Referate, Präsentationen und Aufsätze. Etwa in dieser Zeit hatten wir auch einen Computer-Workshop in der Schule, wo wir den Umgang mit Excel und Word lernten. Nichts Aufregendes.

Der nächste Computer war nötig, als der alte irgendwann nicht mehr mitspielte. Ich weiß nicht mehr genau, wann ich den bekam, aber er war mit Windows XP ausgestattet.

Kurz vor Beginn meines Studiums erhielt ich dann einen Laptop mit Windows Vista. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon etwas mehr Verständnis (schon mal Knoppix benutzt; die PCs in meiner Schule waren mit irgendetwas SUSE-artigem ausgestattet; etc.), aber Reparaturen jedweder Art hätte ich nicht hinbekommen. Immerhin war ich zu diesem Zeitpunkt schon der Computerexperte in der Familie, wobei sich die Expertise auf googlen und lösen beschränkte.

Weil Vista katastrophal zu bedienen war (es war zwar eine deutliche Verbesserung seit XP zu spüren, aber teilweise war die Umsetzung mangelhaft; außerdem wurde der Laptop sehr bald maßlos langsam und war kaum noch zu bedienen), informierte ich mich, ob ich nicht das kurz darauf erschienene Windows 7 auf den Laptop spielen könnte. Es stellte sich heraus, dass das sehr wahrscheinlich nicht möglich gewesen wäre, weil die Hardware dafür nicht ausreichte. Also spielte ich wieder Windows XP auf. Das war bis dahin meine erste eigene Betriebssystem-Installation. Es dauerte fast einen ganzen Tag, aber am Ende war ich recht zufrieden.

Als bei dem Laptop der Bildschirm begann kaputtzugehen und er nur noch über externen Monitor nutzbar war, wurde er für die Nutzung in der Uni unbrauchbar. Ein neuer Laptop musste her. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich von einem Freund erfahren, dass er Ubuntu installiert hatte und damit auch recht zufrieden war. Ich beschloss, das ebenfalls zu versuchen, bestellte den Laptop ohne vorinstalliertes Betriebssystem und installierte Ubuntu 11.10, Oneiric Ocelot. Mit dieser Ubuntu-Version packte mich die Begeisterung für Linux-Systeme, auch wenn ich damals noch wenig davon verstand, wie weit Ubuntu mit seiner Eigenentwicklung Unity von der Grundlage Linux entfernt ist. Ich begann aber, mich darin einzulesen, zu experimentieren und das Terminal kennen- und lieben zu lernen.

Auf einem anderen alten Laptop testete ich nebenher regelmäßig diverse andere Ubuntu-Varianten wie Xubuntu und andere Distributionen wie Vector Linux (ein Slackware-Derivat).

Um mehr über Linux zu lernen, installierte ich nach ein paar Jahren Ubuntu-Erfahrung (seither habe ich nie wieder Windows gehabt, allerdings habe ich Windows 7 noch auf den Uni-Rechnern genutzt) Gentoo auf meinem Haupt-Laptop. Das hat mich viel gelehrt und mich vor allem dazu angeleitet, mir selbst zu helfen. Seither ist auch XFCE mein Standard-Desktop.

Nachdem ich mit Gentoo eine Weile experimentiert hatte, störte mich daran hauptsächlich, dass Updates so lange dauerten und so viel Rechenkapazität kosteten. Das liegt natürlich an der Natur von Gentoo als Meta-Distribution, bei der der größte Teil der Pakete direkt aus dem Quellcode gebaut wird. So kehrte ich zum weniger komplizierten Xubuntu zurück. Dort merkte ich aber schnell, dass ich auch nicht immer glücklich war, denn oft gab es die neuste Software nur in PPAs oder musste sonstwie umständlich beschafft werden. Auch störten mich die standardmäßig gesetzten Einstellungen oft, wodurch ich mich wieder auf die Suche nach einer „aufgeräumteren“ Distribution umsah. Der Blick fiel zu diesem Zeitpunkt schon recht häufig auf Arch Linux; einige Bekannte setzten es erfolgreich und glücklich ein. Arch ist klein, simpel, schnell, minimalistisch… genau wie ich es brauchte. Was mich abschreckte, waren die Berichte, dass man Zeit für Fehlersuche brauche.

Ich entschied mich dazu, es erst einmal in einer VM zu versuchen; so konnte ich jederzeit produktiv arbeiten, aber trotzdem herausfinden, wie der Umgang mit Arch so war. In dieser Umgebung lernte ich die Grundlagen von Pacman und stellte die wichtigsten Parameter (Umgebungsvariablen, Desktop-Einstellungen) ein, um herauszufinden, was alles installiert und eingerichtet sein muss, damit ich damit zufrieden bin. Nach etwa 2 Monaten (schätze ich, denn ich weiß es nicht mehr) fühlte ich mich bereit genug, den Sprung auf das echte System zu wagen und setzte Arch auf dem Laptop neu auf (natürlich habe ich bei jeder bisher genannten Änderung home gesichert. Nur falls ihr das lest und darüber nachdenkt, euer System zu wechseln 😉 ). Seither bin ich auf Arch unterwegs, das ist jetzt etwa ein halbes Jahr her. Natürlich hab ich das ein oder andere Mal irgendetwas Doofes gemacht und musste dann von einem Live-System chrooten, um es zu reparieren, oder ein entferntes Paket neu installieren, weil irgendetwas nicht mehr funktionierte. Aber ich habe es bisher nicht bereut.

Theoretisch könnte ich mir vorstellen, wieder ein Ubuntu-basiertes System zu benutzen (aber sich nur mit XFCE); allerdings habe ich momentan keine Veranlassung dazu.

Gerade ist mir noch eingefallen, dass ich durch Rechner an meinem Arbeitsplatz auch mit Mac OS X in Berührung gekommen bin. Ich habe die unixoide Ähnlichkeit zu den mir bekannten Linux-Systemen durchaus als positiv wahrgenommen, allerdings würde ich mir keinen kaufen.

Wie seid ihr zu euren heutigen Systemen gekommen und was nutzt ihr so?

Herzliche Grüße,

Luyin

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Über Luyin

Computational Linguist and Classicist.
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