Teil 2: Umstieg von Win XP auf Xubuntu

Nachdem hier eine Weile Ruhe geherrscht hat, nehme ich mir jetzt mal die Zeit, über bereits erwähnten Umstieg meiner Mutter zu Xubuntu zu berichten. Damals bin ich von einigen Punkten ausgegangen, die vor dem Umstieg zu bedenken wären.

Beim konkreten Umstieg, der nun schon eine Weile zurückliegt, bin ich dann auf ein paar Herausforderungen gestoßen (um nicht Schwierigkeiten zu sagen).

Diese bestanden aus mehreren Einzelheiten:

  1. Die Export-Optionen von M$-Outlook sowie Internet Explorer sind inkompatibel zu Mozilla Thunderbird;
  2. Bestimmte VPN-Verbindungen in einige Firmen-Netzwerke verwenden Optionen, die von Network-Manager nicht unterstützt werden;
  3. diverse proprietäre Software ist für Linux nicht verfügbar.

Leider waren mir Punkt 2 und 3 vor dem Umstieg nicht bekannt, sonst hätte ich mir den Umstieg drei mal überlegt (und schlussendlich vielleicht einfach gelassen). Aus den vielen in diese Aktion investierten Stunden (in denen ich zum Glück auch noch etwas über Netzwerke gelernt habe) habe ich jedenfalls die Konsequenz gezogen, nie wieder zu versuchen, Bekannte von Linux zu überzeugen. Sobald da auch nur ein proprietäres Programm wirklich benutzt wird (ich sage nicht gebraucht – denn was vermeinlich gebraucht wird, kann ja in vielen Fällen durch FLOSS ersetzt werden), dementsprechend Arbeitsabläufe bekannt sind, die nicht geändert werden möchten etc., ist der Aufwand für mich, den Umstieg und die Zeit danach zu betreuen, einfach zu groß. Dazu fehlt mir die Zeit und die Lust. Ich werde höchstens noch Kommilitonen zu Ubuntu raten, denn bei denen weiß ich, welche Software sie benutzen oder brauchen.

Zum Punkt 1 gibt es allerdings glücklicherweise eine recht einfache Lösung:

  • Man installiere Thunderbird auf besagtem Rechner noch unter Windows. Nach der Installation startet man den Import-Assistenten: Extras → Importieren
  • Im Dialogfenster wählt man dann Outlook oder Outlook Express, je nachdem, was man verwendet hat. Bei mir war es Outlook. Nach der Bestätigung läuft der Import. Das kann je nach Größe des Postfachs (der Postfächer) eine Weile dauern.
  • Danach sichert man den Profilordner von Thunderbird irgendwo extern, zum Beispiel auf USB-Stick oder Festplatte. Dieser befindet sich unter Windows XP in C:\Dokumente und Einstellungen\%Benutzername%\Anwendungsdaten\Thunderbird\Profiles. Unter anderen Windows-Versionen ist dieser Ort ggf. unterschiedlich: Siehe hier.
  • Nach dem Umstieg auf (X)ubuntu öffnet man den Profilordner unter Linux, $HOME/.thunderbird/ , und kopiert den Profilordner aus Windows hinein, z. B. im Terminal mit mv Pfad/zum/Windowsprofil $HOME/.thunderbird/
  • Als nächstes ruft man den Profilmanager von Thunderbird auf, erstellt ein neues Profil, wählt „Choose Folder“ und gibt den oben angegebenen Profilpfad an. Die bisher genutzten Emailkonten, Adressen etc. landen dann automatisch in Thunderbird.

 

Für die meisten anderen Problemchen gab es leider keine schnellen Lösungen, nur sehr viele, sehr langwierige, die sich nur mit professioneller Hilfestellung (und teils noch gar nicht, wegen mangelnder Zusammenarbeit zwischen proprietärer Software und Ubuntu) beheben ließen.

 

Inzwischen läuft es übrigens darauf hinaus, dass meine Mutter wohl einen neueren PC mit Windows 7 bekommen wird. Das Thema wird also vermutlich erledigt sein. Schade eigentlich, andererseits muss ich dann nicht ständig konfuse „foo funktioniert nicht“-Fehlermeldungen bearbeiten 😉

 

Viele Grüße,

Luyin

 

PS. Die hier genannten Lösungsansätze stammen teilweise aus dem Ubuntuusers-Wiki: 1 und 2.

Advertisements

Über Luyin

Computational Linguist and Classicist.
Dieser Beitrag wurde unter OSBN, Ubuntu, Umstieg, Windows abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Teil 2: Umstieg von Win XP auf Xubuntu

  1. tux. schreibt:

    „M$“. „¢anoni¢al“. *seufz*

    (Erst umsteigen und dann gucken, ob das sinnvoll ist? Hervorragende Reihenfolge. Draus lernen!)

  2. FryBoyter schreibt:

    Was Punkt 2 betrifft, von welchen Optionen ist hier die Rede? Eventuell gibt es ja eine Alternative zum Network-Manager (Cisco VPN Client oder Shrew Soft VPN Client z. B.).

    • luy1n schreibt:

      Hallo Fryboyter,
      gute Frage, ist schon wieder ein paar Tage her. Muss mal gucken, ob ich das noch rausbekomme.

      Hallo tux, ich kann dir nicht ganz folgen. Wo habe ich „Canonical“ in der von dir beschriebenen Weise geschrieben? Und was wäre das Problem daran (und an der doch gängigen Abkürzung M$ ebenfalls)? Was deinen zweiten Punkt angeht, hast du natürlich recht, und das ist auch das, was ich aus diesem Projekt gelernt habe. Die Freude zu helfen war eben etwas größer als der Kopf – nochmal passiert mir das nicht 😉

      Viele Grüße,
      Luyin

  3. Pingback: Umstieg von Windows XP auf Xubuntu - Arhi Systems

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s