Arch Linux aufräumen

Heute habe ich mal ein wenig aufgeräumt:

pacman -Qet # zeigt explizit installierte (-e) Pakete, die von keinem anderen Paket gebraucht werden (-t); effektiv sind das alle vom User installierte Pakete
pacman -Rs paketname    # deinstalliert das Paket  zusammen mit all seinen Abhängigkeiten, sofern diese ebenfalls nicht mehr benötigt werden
pacman -Sc  # entfernt Pakete aus dem Package Cache ebenso wie nicht in Gebrauch befindliche Sync Datenbanken (falls man z. B. testing in pacman.conf aktiviert hatte und es inzwischen wieder deaktiviert hat, wird dadurch die Datenbank für testing entfernt)
pacman -Rs $(pacman -Qdttq) # entfernt Pakete und ihre Abhängigkeiten, die als Abhängigkeiten installiert wurden (-d) und von keinem Paket benötigt werden; der doppelte Aufruf von -t bewirkt, dass optionale Abhängigkeiten nicht aufgeführt werden, sodass diese installiert bleiben

Sicher gibt es noch ein paar andere nützliche Optionen zum Aufräumen. Ein paar gute Startpunkte finden sich im Arch Wiki, etwa Identify files not owned by any package und System Maintenance. Anstelle von pacman -Sc kann man auch paccache verwenden.

Was kennt ihr sonst für nützliche Befehle, um sein System ein bisschen zu entschlacken?

Herzliche Grüße

Luyin

Update: Links waren kaputt, sind nun repariert.

Update 2: -Qdttq war falsch beschrieben, ist jetzt korrekt

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Wieder mal ein guter Grund gegen Whatsapp

Ich verstehe ja nicht, wie sich diese unsichere Software so lang halten kann. Offensichtlich hat es etwas mit der Userbase zu tun:
“Alle meine Freunde sind doch aber bei Whatsapp, warum sollte ich dann etwas Anderes benutzen”; auch wird gern das Argument “ich will nicht noch mehr Apps [sc: neben Whatsapp] installieren” (warum aber jede Zeitschrift, die man prima per Webbrowser ansteuern kann, eine App braucht, um angezeigt zu werden, entzieht sich auch ein bisschen meinem Verständnis).

Na gut, fragen wir mal zurück:
Hast du mich um Erlaubnis gefragt, ob du meine Kontaktdaten den Whatsapp-Servern (und somit Facebook) geben darfst?
Nein.
Hast du nicht getan?
Doch, hast du.
Denn Whatsapp greift automatisch auf deine Kontakte zu und lädt sie auf seine Server hoch. Zugegeben bin ich nicht sicher, ob das immer noch der Fall ist (ich finde den Link nicht mehr, aber hier ist auch eine gute Erklärung zu „Warum nicht Whatsapp“); aber wie lang hast du schon Whatsapp und wie lange hast du meine Kontaktdaten schon auf deinem Telephon? …genau.

Jedenfalls hat sich mal wieder eine nette Sicherheitslücke in Whatsapp aufgetan, die nur ein weiterer guter Grund sein sollte, warum man diese Software einfach nicht benutzt.
Ich würde jedenfalls einen großen Bogen um sie machen (Korrektur: Ich mache bereits seit Jahren einen Bogen um sie, und Überraschung, mein Leben ist noch nicht zu Ende gegangen!).
Für diejenigen Leser, die das nicht lesen (möchten) oder nicht verstehen eine einfache Erklärung:
Die entdeckte Sicherheitslücke erlaubt es, beliebige Personen in Gruppenchats einzufügen.

Damit ist keine Gruppenkonversation vertraulich. Keine.
(Whatsapp hat übrigens auf Anfrage von wired.com geantwortet, dass sie den gefundenen Bug nicht beheben werden, weil dadurch ein wichtiges Feature – das einfache Hinzufügen einer Person zu einem Chat durch Klick auf einen Link – nicht mehr funktioniert. Tolle Begründung – die Sicherheitslücke ist also ein Feature!) Denn dummerweise gibt es in Whatsapp auch keine Möglichkeit herauszufinden, ob man bereits Opfer dieses Angriffs geworden ist. Man würde natürlich den neuen Nutzer sehen, wenn es denn geschieht, aber in dem Moment ist es schon zu spät, denn der kann ja jetzt sämtliche alten Nachrichten lesen, alte Photos und Videos herunterladen etc.
Klingt alles nicht so schlimm? Dann sollen sie doch meine Nachrichten lesen, ich hab ja nichts zu verbergen?
Gegenfrage: Gehören Photos von deinem neugeborenen Kind in die Hände von Menschen, die du nicht einmal kennst?
Die ersten Badevideos?
Du weißt, was Kinderpornographie ist, oder?

 

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Sammlung nützlicher Links zu Hilfethemen

Dies soll nur eine Liste mit nützlichen Links (und einer jeweiligen kurzen Beschreibung) werden. Nützlich heißt: Ich rufe diese Links regelmäßig auf, weil mir jemand eine Frage stellt, die sie auch selbst beantworten könnten, wenn sie nur richtig suchen würden, oder weil der Link die Frage viel besser und ausführlicher beantwortet (und ich mich nicht wiederholen muss). (Wunderst du dich über komische Pluralformen im Text? Lies mal hier nach)

 

 

 

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asunder mit ogg-Vorbis-Unterstützung

Vor kurzem habe ich asunder installiert, weil ich ein paar Audiodateien von einer CD auf meinen Laptop übertragen wollte. Als OptDeps ist vorbis-tools: for ogg support gelistet. War bei mir auch bereits installiert. Beim Start meckerte asunder aber direkt rum:

'oggenc' wurde nicht gefunden. Asunder benötigt diese Applikation jedoch zum Erstellen von OGG-Dateien.

Das Erstellen von OGG-Dateien ist daher nicht möglich.

Weiterlesen

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Zeit für eine Umorientierung

Dieser Blog hat jetzt eine Weile vor sich hin geschimmelt, jetzt ist es an der Zeit, ihn mal grundlegend zu überarbeiten. Die „Über mich“-Seite ist seit geschätzt zwei Jahren nicht mehr gültig, weil sie mich nicht mehr abbildet (ich archiviere sie, falls da jemand noch Interesse dran hat). Außerdem benutze ich gar kein Gentoo mehr, sondern Arch Linux, und eigentlich wird der Blog auch damit zukünftig nur am Rande zu tun haben.

Stattdessen soll das Ganze ein hübsches Sammelsurium meiner Gedanken zu allen möglichen Themen werden:

  1. technische Themen, die Arch Linux, Ubuntu, oder Software im Allgemeinen ins Auge fassen, darunter technische/geekige Lösungen für Probleme, die wir ohne Computer alle gar nicht hätten,
  2. Kommentare zu irgendwelchen Ereignissen in der Welt, die vielleicht für den einen oder anderen von Interesse sein könnten,
  3. sprachliche Perlen (denn ich bin Sprachwissenschaftler mit einem ausgeprägten Interesse an „korrekter“ Sprache (was immer das heißen mag)),
  4. computerlinguistische Themen, die teilweise politisch interessant sind (Hate-Speech-Erkennung finde ich besonders interessant), aber auch Algorithmen,
  5. Weiteres, wenn es mir interessant genug vorkommt.

Das heißt allerdings auch, dass mein Blog nicht länger wirklich in den OSBN passt, fürchte ich. In Teilen vielleicht schon, aber in anderen wieder nicht. Nun möchte ich den OSBN nicht mit Beiträgen zuspammen, die dort nichts zu suchen haben. Allerdings hoste ich nicht selbst, deswegen kann ich nicht kontrollieren, dass nur bestimmte Beiträge dort landen (vielleicht sollte ich das mal demnächst angehen). Ich verliere also einige Leser über den Umstand, dass ich OSBN verlasse. Das ist zwar schade, aber momentan die einzige Lösung, die ich dafür sehe (wenn jemand natürlich eine Idee hat, darf er die gern mit mir teilen).

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Alte Über-Mich-Seite

Dies ist die „archivierte“ Version meiner Über-Mich-Seite. Die aktuelle Version findest du hier.

Lieber Leser,

ich heiße dich auf meinem Blog herzlich willkommen! Sicher möchtest du ein bisschen über den Kopf hinter diesen Texten und Gedanken erfahren. Genau dafür ist diese Seite da 🙂

Ich heiße Alex, studiere in Gießen und benutze seit etwa Oktober 2011 Linux, also ungefähr seit Erscheinen von Ubuntu 11.10 Oneiric Ocelot, das ich noch selbst verwendet habe. Mit dem Erscheinen der LTS-Version, 12.04 Precise Pangolin, war ich seither unterwegs, probierte aber auf unterschiedlichen Medien verschiedene Linux-Distros aus (darunter Vector Linux, eine Slackware-basierte Distribution, und Puppy Linux). Mein Lieblingsdesktop ist XFCE, obwohl ich Ubuntus Unity tatsächlich praktisch fand. Nach einigem Hin und Her habe ich mich schließlich einer großen Herausforderung gestellt: Ich bin auf Gentoo umgestiegen, was etwa im September 2013 gewesen sein dürfte. Auch hier verwende ich XFCE.

Was mich wahrscheinlich unter den Gentoo-Usern relativ einzigartig machen dürfte, ist, dass ich gar nicht von informatisch informierter Seite her komme und reiner Desktop-User/Anwender bin (was nicht heißt, dass ich dem Terminal abgeneigt wäre, im Gegenteil!). Ich hatte mich vor Ubuntu nie großartig für Computer interessiert, habe aber seither Blut geleckt 😀 Ich studiere auch nichts Informatisches (nähere Informationen gibts hier), sondern betrachte die ganze FLOSS-/Linuxcommunity bisher von außerhalb. Allerdings gefällt sie mir sehr gut und ich hoffe, mit meinem Blog und meinem Beitragen die Community bereichern zu können und noch ein paar bislang Unbelehrte doch noch belehren zu können. Bei einigen Menschen ist mir auch das schon gelungen!

Falls du sonst irgendwelche Fragen an mich hast, kannst du mir gern schreiben. Ich bin meistens in freenode im IRC zu finden (Nick: Luyin), per Jabber erreichbar (luyin@jabber.ccc.de), ansonsten reagiere ich auch auf Emails an onkel-pflaume@web.de.

Ich wünsche dir viel Vergnügen beim Lesen meines Blogs und hoffe, dass wir uns bald in den Kommentaren wiedersehen 🙂

Herzliche Grüße,

Alex

PS:
Ich habe auch einen öffentlichen GPG-Email-Schlüssel für dich, Fingerprint:
78A6 ED59 620D C69A 9AEC 627B AF41 C6DE AF03 316E
Der Schlüssel ist auf den Keyserver pool.sks-keyservers.net hochgeladen.
Bitte hilf mit, die Nutzung von Email-Verschlüsselung zu verbreiten, um Abhörung entgegenzuwirken!

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Wie ich zu Arch Linux gekommen bin

Hier ist lange nichts passiert, weil ich schwer mit Privatleben, Uni etc. beschäftigt war. Auch dieser Post wird eher kurz, weil es hier immer noch ziemlich rund geht. Aber ich will nicht, dass der Blog ganz verkommt.

Durch einen Eintrag auf dem Planeten (https://bbs.archlinux.de/viewtopic.php?id=28351) (https://planet.archlinux.de/) bin ich auf die Idee gekommen, auch mal meinen PC-Werdegang zu beschreiben, der heute bei Arch Linux angekommen ist.
Erste Erfahrungen mit Computern überhaupt habe ich mit Windows 3.1 am Arbeits-Laptop meines Vaters gemacht. Ahnung hatte ich damals noch von nichts und habe auch hauptsächlich Solitär gespielt. Meinen ersten eigenen Computer bekam ich, als ich etwa 10 war. Als Betriebssystem war Windows 95 oder 98 drauf.

Diesen Computer habe ich ziemlich häufig „kaputt“ gemacht, indem ich an Einstellungen rumexperimentiert habe. Dummerweise konnte ich mir damals noch nicht selbst helfen, weswegen ein computeraffiner Bekannter meiner Eltern das Gerät regelmäßig auslieh und ihn wieder reparierte. Dabei beliefen sich Reparaturen auch teilweise auf völlig banale Dinge wie eine zu grobe Auflösung, durch die man die Buttons einzelner Fenster nicht mehr sehen und so das Fenster nicht mehr bedienen konnte.

Auf diesem Computer habe ich hauptsächlich gespielt, später, als auch die Schule Wind davon bekam, dass in vielen Privathaushalten diese elektronischen Wunderwerke zu finden waren, kamen dann die typischen Office-Anwendungsfälle hinzu – Referate, Präsentationen und Aufsätze. Etwa in dieser Zeit hatten wir auch einen Computer-Workshop in der Schule, wo wir den Umgang mit Excel und Word lernten. Nichts Aufregendes.

Der nächste Computer war nötig, als der alte irgendwann nicht mehr mitspielte. Ich weiß nicht mehr genau, wann ich den bekam, aber er war mit Windows XP ausgestattet.

Kurz vor Beginn meines Studiums erhielt ich dann einen Laptop mit Windows Vista. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon etwas mehr Verständnis (schon mal Knoppix benutzt; die PCs in meiner Schule waren mit irgendetwas SUSE-artigem ausgestattet; etc.), aber Reparaturen jedweder Art hätte ich nicht hinbekommen. Immerhin war ich zu diesem Zeitpunkt schon der Computerexperte in der Familie, wobei sich die Expertise auf googlen und lösen beschränkte.

Weil Vista katastrophal zu bedienen war (es war zwar eine deutliche Verbesserung seit XP zu spüren, aber teilweise war die Umsetzung mangelhaft; außerdem wurde der Laptop sehr bald maßlos langsam und war kaum noch zu bedienen), informierte ich mich, ob ich nicht das kurz darauf erschienene Windows 7 auf den Laptop spielen könnte. Es stellte sich heraus, dass das sehr wahrscheinlich nicht möglich gewesen wäre, weil die Hardware dafür nicht ausreichte. Also spielte ich wieder Windows XP auf. Das war bis dahin meine erste eigene Betriebssystem-Installation. Es dauerte fast einen ganzen Tag, aber am Ende war ich recht zufrieden.

Als bei dem Laptop der Bildschirm begann kaputtzugehen und er nur noch über externen Monitor nutzbar war, wurde er für die Nutzung in der Uni unbrauchbar. Ein neuer Laptop musste her. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich von einem Freund erfahren, dass er Ubuntu installiert hatte und damit auch recht zufrieden war. Ich beschloss, das ebenfalls zu versuchen, bestellte den Laptop ohne vorinstalliertes Betriebssystem und installierte Ubuntu 11.10, Oneiric Ocelot. Mit dieser Ubuntu-Version packte mich die Begeisterung für Linux-Systeme, auch wenn ich damals noch wenig davon verstand, wie weit Ubuntu mit seiner Eigenentwicklung Unity von der Grundlage Linux entfernt ist. Ich begann aber, mich darin einzulesen, zu experimentieren und das Terminal kennen- und lieben zu lernen.

Auf einem anderen alten Laptop testete ich nebenher regelmäßig diverse andere Ubuntu-Varianten wie Xubuntu und andere Distributionen wie Vector Linux (ein Slackware-Derivat).

Um mehr über Linux zu lernen, installierte ich nach ein paar Jahren Ubuntu-Erfahrung (seither habe ich nie wieder Windows gehabt, allerdings habe ich Windows 7 noch auf den Uni-Rechnern genutzt) Gentoo auf meinem Haupt-Laptop. Das hat mich viel gelehrt und mich vor allem dazu angeleitet, mir selbst zu helfen. Seither ist auch XFCE mein Standard-Desktop.

Nachdem ich mit Gentoo eine Weile experimentiert hatte, störte mich daran hauptsächlich, dass Updates so lange dauerten und so viel Rechenkapazität kosteten. Das liegt natürlich an der Natur von Gentoo als Meta-Distribution, bei der der größte Teil der Pakete direkt aus dem Quellcode gebaut wird. So kehrte ich zum weniger komplizierten Xubuntu zurück. Dort merkte ich aber schnell, dass ich auch nicht immer glücklich war, denn oft gab es die neuste Software nur in PPAs oder musste sonstwie umständlich beschafft werden. Auch störten mich die standardmäßig gesetzten Einstellungen oft, wodurch ich mich wieder auf die Suche nach einer „aufgeräumteren“ Distribution umsah. Der Blick fiel zu diesem Zeitpunkt schon recht häufig auf Arch Linux; einige Bekannte setzten es erfolgreich und glücklich ein. Arch ist klein, simpel, schnell, minimalistisch… genau wie ich es brauchte. Was mich abschreckte, waren die Berichte, dass man Zeit für Fehlersuche brauche.

Ich entschied mich dazu, es erst einmal in einer VM zu versuchen; so konnte ich jederzeit produktiv arbeiten, aber trotzdem herausfinden, wie der Umgang mit Arch so war. In dieser Umgebung lernte ich die Grundlagen von Pacman und stellte die wichtigsten Parameter (Umgebungsvariablen, Desktop-Einstellungen) ein, um herauszufinden, was alles installiert und eingerichtet sein muss, damit ich damit zufrieden bin. Nach etwa 2 Monaten (schätze ich, denn ich weiß es nicht mehr) fühlte ich mich bereit genug, den Sprung auf das echte System zu wagen und setzte Arch auf dem Laptop neu auf (natürlich habe ich bei jeder bisher genannten Änderung home gesichert. Nur falls ihr das lest und darüber nachdenkt, euer System zu wechseln 😉 ). Seither bin ich auf Arch unterwegs, das ist jetzt etwa ein halbes Jahr her. Natürlich hab ich das ein oder andere Mal irgendetwas Doofes gemacht und musste dann von einem Live-System chrooten, um es zu reparieren, oder ein entferntes Paket neu installieren, weil irgendetwas nicht mehr funktionierte. Aber ich habe es bisher nicht bereut.

Theoretisch könnte ich mir vorstellen, wieder ein Ubuntu-basiertes System zu benutzen (aber sich nur mit XFCE); allerdings habe ich momentan keine Veranlassung dazu.

Gerade ist mir noch eingefallen, dass ich durch Rechner an meinem Arbeitsplatz auch mit Mac OS X in Berührung gekommen bin. Ich habe die unixoide Ähnlichkeit zu den mir bekannten Linux-Systemen durchaus als positiv wahrgenommen, allerdings würde ich mir keinen kaufen.

Wie seid ihr zu euren heutigen Systemen gekommen und was nutzt ihr so?

Herzliche Grüße,

Luyin

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Kurztipp: Eingabezeile in LibreOffice Calc per Tastenkombination erreichen

Wer gelegentlich in einer Tabellenverarbeitung arbeitet, hat sicherlich schon mal Unterschiede bemerkt, je nachdem ob man direkt in der ausgewählten Zelle tippt oder die Eingabezeile nutzt. Kopiert man beispielsweise eine URL direkt in die Zelle, wird sie bei LO Calc als normaler Text eingefügt, dagegen als Hyperlink erkannt, wenn man in die Eingabezeile kopiert.

Wenn man nun viele URLs in Zellen kopieren will, stört es vielleicht, dass man jedes Mal erst in die Eingabezeile klicken muss. Dafür gibt es Abhilfe: Unter Extras → Anpassen → Tastatur findet sich etwas versteckt der Eintrag „Eingabezeile“. Den kann man sich auf eine bequeme Tastenkombination legen. Ich habe mich für F3 entschieden:

calc_hotkeysDie andere im Screenshot zu sehende Tastenkombination ist eine Standardbelegung, die man natürlich ebenfalls verwenden kann.

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Externe Programme unter /opt installieren

Auch unter Linux hat man ja manchmal das Bedürfnis oder die Notwendigkeit, ein Programm nicht über die Paketverwaltung zu installieren, sondern von Hand, etwa weil man die neuste Version benötigt, die ihren Weg in die Paketquellen noch nicht gefunden hat, oder weil das Paket überhaupt nicht in der Paketverwaltung existiert.

Das manuelle Installieren solcher Pakete besteht meist daraus, es von der Website des Herstellers herunterzuladen, zu entpacken und ein Startskript auszuführen. Dabei spielt der Ort, an den das Paket entpackt wurde, insofern eine Rolle, als das Programm dann genau dort installiert ist. Ist der Ort nicht verfügbar oder wird der Pfad geändert, ist das Programm ohne manuelle Bearbeitung nicht mehr zu starten.

In der Regel kann man solche Programme im eigenen Home-Verzeichnis entpacken. Vielleicht möchte man aber alle Programme an einem Ort haben, der zum System gehört statt zum User (weil man das Programm allen Benutzern zur Verfügung stellen will, wegen der Ordnung…). Dazu bietet sich der Ort /opt an (siehe auch: Ubuntuusers-Wiki: Verzeichnisstruktur). In diesem Artikel zeige ich anhand des Beispiels PyCharm von Jetbrains, einer Python-IDE, wie eine solche Installation ablaufen kann.

Wie schon erwähnt lädt man das Programmpaket zunächst von der Website der Entwickler herunter. Wichtig ist hierbei, dass man nach dem Download die Paketsignatur verifiziert. Im Falle von PyCharm ist eine sha256-Signatur gegeben. Dazu führt man im Terminal „sha256sum /Pfad/zum/Paket“ aus. Das Ergebnis vergleicht man mit der Angabe der Signatur auf der Website. Nur wenn diese zu 100 % übereinstimmen, darf man fortfahren. Wer das nicht tut und sich irgendwas einfängt, ist selbst schuld.

Als nächstes entpackt man das Paket nach /opt. Im Terminal geht es am unkompliziertesten: Versucht man nämlich, mit der Archivverwaltung nach /opt zu entpacken, erhält man höchstwahrscheinlich einen Fehler: Man habe nicht die erforderlichen Zugriffsrechte, um hier etwas zu entpacken. Das liegt daran, dass /opt dem User root gehört. Man kann damit auf zwei Arten umgehen: Entweder man entpackt das Paket mit root-Rechten oder man legt eine neue Gruppe an, der man den eigenen User (und alle anderen, die auf den Ordner und seinen Inhalt zugreifen dürfen) hinzufügt. Ich zeige hier, wie es mit der zweiten Variante geht. Dazu lege ich eine Gruppe an, die genau so heißt wie das Programm, das ich installieren will:

# addgroup pycharm # Gruppe anlegen
# usermod -aG pycharm meinbenutzer # meinbenutzer wird Mitglied der Gruppe pycharm
# mkdir -p /opt/pycharm # der Zielort wird angelegt
# chown root.pycharm /opt/pycharm # der Zielort erhält die notwendigen Berechtigungen (1)
# chmod g+rw /opt/pycharm # der Zielort erhält die notwendigen Berechtigungen (2)

Anschließend muss man sich mit dem Benutzer einmal ab- und wieder anmelden. Ist man allerdings ohnehin im Terminal unterwegs, kann man es sich leichter machen: Der Befehl

$ newgrp - pycharm

sorgt dafür, dass ich in der aktuellen Shell (also im aktuellen Terminalfenster, nirgends sonst!) automatisch in die neuen Gruppen hinzugefügt werde.

Jetzt kann ich das Paket endlich an den entsprechenden Ort entpacken: Dazu navigieren wir in den Ordner /opt/pycharm und führen

$ tar -vzxf /Pfad/zum/Paket

aus.

PyCharm kann nun mit einem Doppelklick auf die Datei pycharm.sh (oder im Terminal mit „sh /opt/pycharm/pycharm-community-4.5/bin/pycharm.sh“) gestartet werden. Jedes Mal möchte ich das aber nicht machen. Bei PyCharm muss ich das auch nicht, denn ein Eintrag im Anwendungsmenü wird automatisch angelegt. (Eventuell muss man bei einem Upgrade des Programms dann manuell den Dateipfad im Starter anpassen, damit dann auch die richtige, neue Programmversion gestartet wird)
Alternativ oder zusätzlich zu einem Starter im Anwendungsmenü kann man den Pfad /opt/pycharm auch seiner PATH-Variable übergeben, damit man vom Terminal aus automatisch „pycharm“ starten kann. Dazu verweise ich mal wieder auf das Ubuntuusers-Wiki.

 

Ich hoffe, euch damit behilflich gewesen zu sein!

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Neue Fonts installieren

Manchmal hat man für besondere Anlässe oder besondere Texte den Wunsch, keinen gewöhnlichen Font zu benutzen, sondern einen, der den Text ganz besonders zur Geltung kommen lässt.

In diesem Post möchte ich die Installation neuer Fonts unter einem Linux-System beschreiben und ein paar grundlegende Informationen zu Fonts geben.

 

Font oder Schriftart?

Als Font bezeichnet man in der Regel alles, was mit Schriften an einem Computer zu tun hat. Eine Schriftart bezeichnet eher die Schrift, wie sie beim Drucken und handschriftlichen Schreiben verwendet wird. Für die Zwecke dieses Posts können wir die Unterschiede jedoch ignorieren.

Es gibt verschiedene Arten von Fonts, die für verschiedene Anwendungsgebiete entwickelt wurden:

  • proportionale Fonts sind solche, bei denen die Buchstaben nicht breiter sind, als sie sein müssen. Dabei haben schmalere Buchstaben, wie „i“ oder „l“ auch weniger Breite als etwa ein „w“.
    • Serifen-Fonts wurden für den Buchdruck konzipiert. Da sie durch die Serifen für die Augen Linien vortäuschen, erleichtern sie den Lesefluss. Beispiele für Serifen-Fonts sind die aus Windows bekannte Times New Roman oder die Computer Modern, die Standardschriftart von LaTeX.
    • Serifenlose, auch Sans-Serif bezeichnete, Schriften eignen sich besonders gut für den Druck auf Plakaten, wo schon von ferne einzelne Buchstaben deutlich erkannt werden müssen, auf Straßenschildern, und auf Computerbildschirmen. Beispiele sind Arial, die Ubuntu-Schrift, oder DejaVu Sans.
  • dicktengleiche (sic) Schriften, im Bezug auf Computerfonts oft mit „mono“ im Namen, sind nicht proportional. Das bedeutet, dass jeder Buchstabe dieselbe Breite aufweist; ein „i“ ist nicht schmaler als ein „w“ oder ein „b“. Diese Schriften werden bevorzugt in Editoren und Terminalfenstern eingesetzt. Auch eignen sie sich gut zur Darstellung von Zahlen in Tabellen. Beispiele sind Courier und FreeMono. Die meisten Fontpakete bringen je eine Sans-Serif-, eine Serifen- und eine Mono-Schrift mit. Also etwa Liberation (Sans|Serif|Mono).
  • Kunstschriften:
    • Einige Schriften ahmen Handschrift (Schreibschrift) nach, wie Pacifico. Oftmals sieht man diesen bei genauem Hinsehen an, dass es sich nicht um echte Handschrift handelt, weil einige Linien nicht ganz zusammen passen.
    • Einige Schriften existieren, die Kalligraphie nachahmen. Nicht immer wird zwischen diesen beiden Kategorien unterschieden.

Installation

Will man Fonts unter Linux installieren, gibt es dafür zwei Wege: Über die Paketverwaltung oder manuell.

Paketverwaltung

Ubuntu-Pakete finden sich unter Anderem im UU-Wiki-Artikel Schriftarten. Auf anderen Systemen läuft das ähnlich: Hier etwa eine Auswahl an zusätzlichen Fonts für Gentoo, und eine für Arch.

Manuell

Ich persönlich bevorzuge allerdings die zweite Methode, nämlich die manuelle Installation. Diese hat den Vorteil, dass man all seine selbst installierten Fonts an einem Ort hat und den Überblick behält, welche neu hinzu gekommen sind. Es ist zu beachten, dass diese von der Paketverwaltung dann nicht angerührt werden, also auch nicht aktualisiert werden.

Dazu lädt man die entsprechenden TTF-Dateien herunter (verschiedene Links gibts am Ende). Dann kopiert man sie entweder nach ~/.local/share/fonts/truetype für einen einzelnen User oder nach /usr/local/share/fonts/truetype für alle User des Systems.

Sollten die heruntergeladenen Dateien keine TTF-Dateien, sondern OTF oder ein anderes Format haben, kopiert man sie stattdessen nach .local/share/fonts/type1 bzw. /usr/local/share/fonts/type1

Ein paar schicke Terminal-Zeilen gibts auch noch:

# FONT durch den Namen des heruntergeladenen Fonts ersetzen
$ mkdir -p ~/.local/share/fonts/truetype
$ mv FONT ~/.local/share/fonts/truetype

# systemweit:
$ sudo mkdir -p /usr/local/share/fonts/truetype
$ sudo mv FONT /usr/local/share/fonts/truetype

Alternativ kann statt sudo natürlich auch der root-User verwendet werden.

 

Nach der Installation kann man die gewünschte Schrift etwa in LibreOffice verwenden. Dazu muss LibreOffice gegebenenfalls neu gestartet werden.

Schließlich habe ich noch ein paar Links versprochen. Einige weiterführende Links sind wieder bei Ubuntuusers zu finden. Außerdem finde ich Google Fonts sehr empfehlenswert. Hier findet sich eine riesige Auswahl von freien Fonts, die den großen Vorteil haben, dass man sie anpassen und teilen kann, wenn man möchte.

 

 

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